Mehr als drei Viertel allen Goldes werden heute bergmännisch im Tiefbau gewonnen. Dabei gehört, mit einer Fördermenge von etwa 600 t (etwa 30 % der jährlichen Weltfördermenge) Südafrika zu den führenden Goldbergbauländern. Die reichsten Goldvorkommen der Erde befinden sich im Gebiet des Witwatersrand nahe Johannesburg.
Südafrikanischen Goldbergwerke zählen zu den technologisch fortschrittlichsten in der ganzen Welt. Das goldhaltige Gestein muss aus beträchtlicher Tiefe zu Tage gefördert werden. Mit bis zu 3900 Metern gehören z.B. die Schächte der Western Deep Levels Mine zu den Tiefsten der Welt.
Der Bergbau in diesen Tiefen ist normalerweise äußerst problematisch. Alle 33 Meter steigt die Umgebungstemperatur um ein Grad an. Im Herzen der Bergwerke herrscht eine mörderische Hitze. Um die Arbeitsbedingungen unter Tage erträglich zu machen, kühlen große Klimaanlagen die Lufttemperatur auf 32 Grad herunter. Gleichzeitig besprüht man die Gesteinsoberfläche mit Wasser, damit die Lunge vor dem verstopfenden Staub geschützt ist. Der Preis dafür ist eine hohe Feuchtigkeit, die mit fast 100 % unerträglich ist.
Die Schwerstarbeit unter Tage erfordert eine gesunde und ausreichende Ernährung der Bergarbeiter. Ihre Tagesrationen sind reich an Vitaminen und Proteinen: Jeder „Kumpel“ erhält täglich mindestens 4000 Kalorien. In eigenen Krankenhäusern wird der Gesundheitszustand der Minenarbeiter überwacht.
Der Material-, Arbeits- und Energieaufwand bei der Goldgewinnung ist immens. Um eine einzige Feinunze Gold herzustellen (1 Unze = 31,104 g ) benötigt man 3,3 Tonnen Erz, 5440 Liter Wasser, 572 Kilowattstunden Strom, 12 Kubikmeter Pressluft und dazu jede Menge Sprengstoff.
Nachdem das goldhaltige Gestein zu Tage gefördert worden ist, muss es mehrere aufwendige Verarbeitungsstufen in einer Goldraffinerie durchlaufen, bis das wertvolle Edelmetall in absoluter Reinheit vorliegt.
Durch Zermahlen und Hinzufügen von Wasser entsteht ein feiner Schlamm, dem auf chemischem Wege (Cyanidlösung) das Rohgold entzogen wird. Schmelzvorgänge und ein elektrochemisches Verfahren schließen sich an, bevor das Gold den Reinheitsgrad von 99,99% erreicht und in Barren gegossen wird. Die fertigen Barren werden in Holzkästen von der Größe der Schuhkartons verpackt, an die Südafrikanische Reservebank geliefert und anschließend in regelmäßigen Transporten über den Londoner Goldmarkt in den Welthandel gebracht – um dann anschließend zu Schmuck oder aber zu wertvollen Münzen verarbeitet zu werden.
Sie sehen also – es ist ein langer und harter Weg vom goldhaltigen Gestein bis hin zur fertig geprägten Goldmünze
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